Im Wandel mitfliessen

Kaltbrunner Riet Anfang April
Kaltbrunner Riet Anfang April

Du und Ich, wir haben beide das Glück auf dieser Erde, in diesem Leben, zu dieser Zeit, unsere Lebenslektionen (er)leben zu dürfen. Ich empfinde es als Privileg in einem Land leben zu dürfen, wo wir genug Wasser haben. Wo die Farbe grün in der Natur ein steter Begleiter ist und wertvolles Trinkwasser, direkt aus dem Wasserhahn kommt. Ich empfinde grosse Dankbarkeit gegenüber all den Pflanzen und Tieren, die sich ohne Hinterfragen in den Kreislauf des Lebens einfügen um wie selbstverständlich einer höheren Ordnung zu dienen. Wir Menschen wissen so viel und doch ist es offensichtlich eine bewährte Strategie nur so viel zu sehen, wie wir sehen wollen.

Heute Morgen musste ich über mich selber schmunzeln. Als Jugendliche hatte ich einen Spruch an meiner Zimmertür kleben.

 

“ Alle wollen zurück zur Natur, nur nicht zu Fuss”

 

Ist es nicht so? Sobald es für uns Aufwand bedeutet, sind wir nicht mehr so ganz Feuer und Flamme für die Veränderung einer Sache.

Ich habe mich mit den Abstimmungen vom 13. Juni beschäftigt. Wir in der Schweiz haben das grosse Privileg für eine Herzenssache abstimmen zu können. Zukunft mitkreieren. Ich schaue diese 3 Initiativen an und für mich ist klar JA. Warum? 3x ein klares Votum für die Natur, für Veränderung. Weil ich gesunde Böden haben möchte, wo mein biologisches Essen wächst. Weil ich möchte, dass auch meine Enkelkinder noch sauberes Trinkwasser haben.

Der Bauer ist in meiner perfekten Welt, tief verbunden mit Mutter Erde, Hüter des Bodens und seinen wertvollen Lebewesen. Sein höchstes Ziel ist es im Einklang der Natur ein intaktes Ökosystem innerhalb seines Landes zu bewirtschaften. Ganz im Sinne der Permakultur. Alles ist im Kreislauf verbunden. Er hat ein Interesse, dass es seinen Tieren, Pflanzen und Bodelebewesen gut geht. (wunderbarer Filmtipp: Unsere grosse kleine Farm & passenden Lieblingssong)

Leider gibt es viel zu wenige Bauern, die aus Berufung ihrer Leidenschaft nachgehen. Jahrelang wurde ihnen von diversen Interessensgruppen erklärt, wie sie ihren Job zu machen haben. Wie sie den Ertrag steigern können. Spezialisierung usw. Wie bei allen Themen, verliert sich irgendwann der Focus, um was es eigentlich geht. Der Bauer (wie alle Menschen übrigens….denn es geht hier nicht um den schuldigen, bösen Bauern.), haben aufgehört, sich mit ihrem Land zu verbinden und ihrem inneren Wissen folgend zu handeln. Jetzt kommt da eine Initiative, die schreibt auch vor, wie sie ihre Arbeit zu tun haben, aber in die andere Richtung. Zurück zum Ursprung. Das macht offenbar grosse Angst. Denn Bauer X, hat sich auf Milchwirtschaft konzentriert, alles ist diesem Bereich untergeordnet. Er hat mehr Kühe im Stall, als er mit seinem Land ernähren kann, weil er sonst niemals genug verdienen würde mit der Milch. Wenn etwas schief geht, dann geht es an seine Existenz. Nicht lustig! Das weiss Bauer X.

Bauer X ist informiert, dass wenn er so weiterarbeitet, seine Böden in naher Zukunft wertlos, tot sein werden. Trotzdem macht er weiter. Du nickst gerade beipflichtend? Ja, weil für Dich wäre das nicht mit Aufwand verbunden. Bauer X muss etwas verändern. Ideal also um mit dem Finger auf ihn zu zeigen. Nur, Bauer X sind wir alle. Du und Ich!

Ich wünsche unserem Bauer X von Herzen, dass er sich traut neue Ideen zuzulassen. Das er sich nicht so sehr von Geldern beeinflussen lässt, sondern viel mehr hört, was sein Herz sich eigentlich wünscht. Ein Paradies zu schaffen für Mensch, Tier und Pflanzen. Es ist möglich!

Zurück zu mir und Dir. Wir sind verantwortlich für unser Handeln. Ich finde es nachvollziehbar, dass Bauer X weiter macht wie bis anhin. Er ist ein Mensch mit einem freien Willen und soll nach seinem Gutdünken handeln können, trägt dabei aber natürlich auch die Verantwortung für sein Tun. Aber möchte ich, dass meine Steuergelder ihn dabei unterstützen?

Was mich persönlich sehr traurig stimmt ist, dass Geld wichtiger zu sein scheint als unsere Nahrungsgrundlagen. Ein sehr kurzfristiges Denken. Warum sind wir nicht fähig grösser zu denken und zu vertrauen? Wann werden wir endlich begreifen, dass Geld nicht glücklich macht. Wir sind Sklaven unseres Systems, welches wir selber immer weiter füttern. Ich würde mir wünschen, dass ein Jeder von uns, sein Sklavendasein stundenweise verlassen würde um zu erforschen, was Mutter Erde & das Göttliche uns wirklich zum Geschenk gemacht haben mit diesem Leben.

Ich glaube an den Menschen, an seine Fähigkeiten. Deine Fähigkeiten sind dabei so total anders wie meine. Ist das nicht genau das Wunderbare? Du zweifelst ob deine Berufung genug Geld bringt? Berufung bringt immer genug Geld, denn du machst etwas mit Herz und das ist spürbar. Und macht ganz nebenbei noch glücklich.

Kaltbrunner Riet Anfang Mai
Kaltbrunner Riet Anfang Mai

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